Brennnessel

Brennessel

Gesundes Blut und Durchsetzungsvermögen“

Ein Kleid aus Nesseln bleibt stets Meister über alle bösen Geister.“

Das Kraut kenne ich“, sagte der Teufel und setzte sich genüßlich in einen großen Brennesselbusch gleich hinter dem Haus. (aus dem Kräuterbuch des Dodonäus aus dem 16. Jhdt.)

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Botanischer Name: Urtica urens (kleine B.), Urtica dioica (große B.)

Volksnamen: Donnernessel, Haarwurz, Britzele, Feurkraut, Saunessel, Gänsefutter, Hanfnessel

Familie: Nesselgewächse, Urticaceae

Beschreibung

Der Spruch vom Dodonäus passt zu unserer Vorstellung von der B. – beißend, stechend, dunkel, abweisend, zusammengerottet, so steht sie da, als wollte sie sagen: „Komm mir bloß nicht zu nahe!“ Als Unkraut abgetan, lassen wir sie dann meist in Ruhe, denn sie auszurotten haben wir (zum Glück) nie geschaft.

Verwunderlich nur, dass bekannte Größen des Altertums sie besungen haben. Dass H. Bock sie in seinem Kräuterbuch an erste Stell stellte. Dass sie viele Dichter in ihren Gedichten hochlobten. Und A. Dürrer legt auf seinem Bild die B. in die Hände eines Engels, damit er sie zum Thron des Herren bringt.

50-150cm hohe, zweihäusige Pflanze (männliche- aufrechte grüne Blütenrispen und weibliche Blüten- längere überhängende rötliche Ripsen, sitzen auf getrennten Pflanzen). Am vierkantigen Stengel stehen an langen Stielen kreuzgegenständig längliche, spitz-bis hezförmige grob gesägte Blätter. Blätter uns Stängel sind dicht mit feinen Brennhaaren besetzt, die schon bei leichter Berührung brennende Nesselquaddeln auf der Haut hervorrufen (die Spitze der Haare bricht ab, das restliche Haar wirkt wie eine Nadel, die den darin enthaltenen Reizstoff in die Haut einspritzt). Blütenrispe lang, hängend, mit kleinen, unscheinbaren Blüten. Mehrjährig.

Die kleine Brennessel hat nur eine einzige Pfahlwurzel. Diese ist einjährig. Ist komplett mit Brennhaaren überzogen (große B. hat auch nicht brennende Haare). Die Blätter sind kleiner, rundlicher. Auch „Eiternessel“ genannt.

Blütezeit

Mai- Oktober

Geruch & Geschmack

Angenehm würzig, herb, spinatähnlich

Vorkommen & Standort

Wälder, Waldränder, Schuttplätze, überall, wo Menschen sind, verbreitet

Sammelgut & Zeit

Junge Blätter und Triebe

Inhaltsstoffe

Gerbsäure, Vitamine ( C,B, K1), in den Brennhaaren Amine ( Histamin, Serotonin, Cholin), Ameisensäure, Essigsäure, Carotinoide, Flavonoide, Mineralsalze (Kieselsäure, Kalium)

Wirkung

Harntreibend, entschlackend und reinigend, cholesterinsenkend, blutbildend, schleimlösend und auswurffördernd, stoffwechselanregend, aktiviert die Bauchspeicheldrüse

Heilanwendung

Tee-Aufguß aus Blättern oder Kraut: 2-3 TL/ Tasse zur Blutreinigung bei hauterkrankungen, Rheuma, Gicht und Arthritis, bei Harnverhalten (Prostataleiden) und Diabetes, bei Diät. Bei allen brennenden Leiden- Nesselsucht, juckende brennende Allergien, Brennen der Harnorgane.

Tinktur aus frischer Pflanze als Hautreizmittel (wie frische Brennessel), verdünnt 1:4 für die Kopfhaut bei Haarausfall, Schuppen und fettigem Haar.

Verwendung in der Küche

Suppe, Spinat, Salate

Kraftpaket Brennesselsamen: frisch aufs Butterbrot gestreut oder in einer Kräutersalzmischung. Durch den hohen Gehalt an Phytohormonen regen sie unser Hormonsystem an, steigern die Vitalität und die Potenz.

Wissenswertes

  • B. setzt sich an ihren Standort mit Umweltgiften auseinander und neutralisiert sie, ebenso heilt sie Umweltbelastungen. Bringt den Boden wieder ins Gleichgewicht.
  • Mit Schlangengift verwandt- Histamine, Toxalbumin
  • B. befruchtet sich selbst, durch den Wind
  • Über 70 Schmetterlingsarten leben in und von ihr, bekannteste: Tag-Pfauenauge, kleiner Fuchs und Admiral. Legen ihre Eier auf die B. und die geschlüpften Raupen ernähren sich ausschließlich von Brennesselblättern.
  • Die jungen Blätter und Samen- Kraftfutter für Hühner, Gänse, Kühe, Schafe, Pferde und für Menschen
  • Brennesseljauche für prächtige Pflanzen
  • Bevor in Europa Baumwolle eingeführt wurde, gewann man aus der sehr zähen Stengeln eine robuste Faser, aus der man „Nessel Tuch“ herstellte, die Bezeichnung Nessel für ungebleichtes Gewebe hat sich bis heute erhalten.

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