Vogelbeere

Vogelbeere, Mährische Vogelbeere

Botanischer Name: Sorbuc aucuparia

Familie: Rosengewächse, Rosaceae

Volksnamen: Eberesche, Drosselbeere, Quitsche, Eibschen, Stinkesche, Faulbaum

Beschreibung

Bis zu 15m hoher Busch oder häufiger schlanker Baum. Blätter sind unpaarig gefiedert. Einzelne Fieder lang-oval, scharf gesägt. Die Blüten sind 5-zählig, weiß, in auffalenden großen Trugdolden.

Leuchtend korallenrote oder gelbrote, kugelige Beeren in großen hängenden Büschen. Rinde hell, glatt mit quer zur Wuchsrichtung sichtbaren Striche (Lentizellen) Gasaustausch mit der Umgebung.

Blütezeit

Mai- Juni

Geruch & Geschmack

Blüten riechen etwas unangenehm, Beeren schmecken sauer, zusammenziehend.

Vorkommen & Standort

Lichte Wälder, Bergwälder (bis auf 2400m) , Schluchten, Parks, Gärten, Hecken (Ackerbegrenzung) und an Straßen angepflanzt (hält den Abgasen stand), Pionierpflanze, häufig. Anspruchlos.

Sammelgut & Zeit

Ganze, sehr reife Beerenrispen Ende August bis Anfang November, sie werden nach dem ersten Frost milder (evtl. Tiefkühltruhe). Die Früchte der Mährischen Vogelbeere kann man roh genießen! Ansonsten nur gekocht oder getrocknet.

Inhaltsstoffe

Vitamin C ( 60-110mg/100g, mehr als Zitronen), Flavonoide, Vitamin E, Sorbit, Fruchtsäuren, Mineralstoffe, Gerb-und Bitterstoffe (fehlen weitgehend bei der Mährischen Vogelbeere), Parasorbinsäure (fehlt bei der M.Vogelbeere), Pektin, Karotin-Farbstoffe, Para-Sorbinsäure (kleine Mengen, bewirkt Übelkeit, Erbrechen, Durchfall) und Blausäureglykosid Amygdalin (kleine Mengen in den Kernen).

Heilwirkung

Mittel gegen Durchfall (Hippokrates)

Tee aus Blüten bei Bronchitis, Husten, Lungenentzündung Ebereschenblüten reinigen Lunge und Rippenfell.

Tee aus Beeren- kalt angesetzt bei Blasen-und Nierenbeschwerden, Stoffwechselstabilisierung, Prostataleiden, Durchfall. Bei Heißerkeit und Husten zum Gurgeln. Gegen Glaukom.

Wirkung

Getrocknet: durchfallhemmend, frisch: abführend

Wasserausleitend und lymphanregend, vitaminspendend, kühlend, blutstillend und zusammenziehend, menstruationsregelnd, leber- und nierenheilend, magensaftanregend und verdauungsfördernd, bauchspeicheldrüsen-unterstützend, lungen-und bronchienheilend, pilztötend und keimhemmend

Verwendung in der Küche

Gelee, Likör, Saft, Mus, Tee

Ebereschen-Birnen-Mus

Geschnitzte Birnen und Ebereschen mit wenig Wasser weich kochen und passieren. Mit etwas Zimt und Vanille würzen und Zucker (1:1) hinzufügen. Nochmals 10-15 Minuten köcheln lassen. In Twist-off-Gläser füllen. Die Birnen machen den bitteren Geschmack der V. milder und sanfter.

Wissenswertes

  • Der lat. Name „aucuparia“ bedeutet: zum Vögel fangen
  • Die zierlichen Blätter erinnern etwas an Eschenblätter Eber (aber= nicht echt) –esche Name Eberesche
  • Im Frühsommer in der Zeit der Blüte schweißähnlicher Duft „Stinkesche“ , die Blüten enthalten Phytohormone (auch im Schweiß)
  • Für unsere keltischen Vorfahren war die Ebereschen „Luis“ der Baum des Lebens, dem die macht zusprachen, über die Dunkelheit der Winterdämonen und anderen Zauber zu siegen.
  • Blutrote Früchte, silbergrauer Stamm und hormonartig duftende Blüten Fruchtbarkeitsbringer, auch wurde 3-mal mit einer Ebereschenrute geschlagen und der Name verkündet.
  • Die Rinde der V. färbte Wolle braun oder rot.
  • Die Beeren auf lange Fäden aufgefädelt symbolisieren die blutrote Lebensschnur und wurden an besondere Plätze des Hauses und der Ställe aufgehängt.
  • Dreher und Schnitzer liebten das schön gemaserte , feinfasrige, elastische Holz, die Wanderer machten sich einen gedrehten Wanderstock daraus.
  • Aus den getrockneten Vogelbeeren läßt sich ein gesundes vitaminreiches Vogelfutter für den Winter herstellen.
  • Der Name „Faulbaum“ erhielt die V. im Mittelalter, wegen seines „fauligen“ Geruchs der Blüten und Rinde. Wurde daraufhin mit der Eigenschaft Faulheit und Trägheit in Verbindung gebracht. War ein Garten bis zum 1.Mai nicht umgraben, setzte man an diesem Tag der Gärtnerin ein Vogelbeerbäumchen in den Garten als Zeichen ihrer Faulheit. Die wundersame Wandlung des Maibaums vom Schandbaum zum Liebesbaum ist eine begrüßenswerte Entwicklung. Warum man heute eher eine Birke benutzt?
  • V. läßt sich leicht aus Samen ziehen schnellwüchsig

Verwechslungsgefahr

Elsbeere, Speierling, Mehlbeere- ebenfalls eßbar

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