Mädesüß

Mädesüß

Luftige Leichtigkeit im Rosenhonigduft für Mensch und Tier.

Botanischer Name: Filipendula (syn. Spiraea) ulmaria

Familie: Rosengewächse, Rosaceae

Volksnamen: Wiesengeißbart, Spierstaude, Wiesenkönigin, Johanniswedel, Wilder Hirsch, Bachholde, Stopparsch, Federbusch, Rüsterstaude

Beschreibung

Mehrjährige Staude.

Blätter gefiedert, zwischen den Fiederpaaren kleine, gezähnte Extrablättchen. Das gesamte Blatt erinnert an Rosenblatt, durch seine „Kuhzungenrauhheit“ auch an Ulmenblätter (Rüsterstaude). Blüten cremweiss als Teppich, der feuchte Wiesen überzieht. Wie duftige Zuckerwatte sind die Blütenstände, spierig, doldentraubig. Stängel bis zu 1m hoch, rötlich überlaufen, kantig, erst im oberen Teil verzweigt. . Blütenstände rispig

Blütezeit

Juni bis August

Geruch & Geschmack

Blüten duften stark nach Bittermandel und Rosenhonig. Beim Zerreiben der Blätter- Geruch, wie beim Zahnarzt.

Vorkommen & Standort

Feuchte bis nasse Wiesen, an Bächen, Flüssen, verbreitet häufig. Nährstoffreicher Boden.

Sammelgut & Zeit

Junge Blätter April bis Juni, Blüten Juni bis Juli, Wurzeln im Frühjahr und Herbst

Inhaltsstoffe (Früchte)

Gaultherin (glykosidische Salizylsäureverbindung), äth. Öl, Gerbstoffe, Flavonoide, Glykoside

Wirkung

Schmerzstillend, krampflösend, leberunterstützend, harntreibend, schweißtreibend, zusammenziehend, entgiftend, blutreinigend, herzstärkend, antirheumatisch, entzündungshemmend, narbenheilend, löst Verhärtungen auf

Heilanwendung

Tee aus getrockneten Blüten und Blättern, auch Wurzeln- gegen Gicht, Rheuma, Grippe, Wassersucht, Blasen-und Nierenleiden. Als Fiebermittel. Äußerlich zur Wundbehandlung. Als „Feuerlöscher“ bei allen „brennenden“ Leiden zur Kühlung und Heilung verwendbar. Auch gegen Durchfall hilft M. („Stopparsch“)

Mädesüß war, neben Eisenkraut und Wasserminze, eine der drei heiligsten Pflanzen der Kelten. Viel ist darüber nicht mehr bekannt, da die Kelten nichts aufzeichneten und wir so auf Berichte Dritter, nämlich der Römer, angewiesen sind. Vermutlich wurde sie zu Ehren der Götter in den Feiern zur Sommersonnenwende eingesetzt. Traditionell wurde Mädesüß über die Jahrhunderte als Streukraut für den Boden verwendet, um den Raum zu aromatisieren und gleichzeitig mit seinem Duft auch (Krankheits) Dämonen, die stark riechende Pflanzen verabscheuen, fernzuhalten.

Kühlende Mädesüß Lotion:

Mädesüß Blüten mit Holunderblüten in Wasser aufkochen und zugedeckt abkühlen lassen, dann abseihen- ergibt eine klärende Lotion für die Gesichtshaut und verschafft bei leichtem Sonnenbrand Linderung.

Verwendung in der Küche

Als Salat in Verbindung mit milderen Kräutern. Gemüse wie Spinat

Genussvolles: Mädesüß Blüten geben ihren aromatische Geschmack sehr gut an Flüssigkeiten ab. So lege ich sie über Nacht in Milch, Sahne, Wasser, Wein, Met, Tee oder Liköransätze ein, um diese zu aromatisieren.

Mädesüß-Sekt: 5l Wasser, Saft v. 5 Zitronen, 100ml Apfelessig, 1kg Zucker. Alles wird miteinander vermischt, 15-20 Blütenstände dazugeben. Den Topf mit einem Tuch bedecken und in die Sonne stellen. Ein paar Tage stehen lassen, bis etwas vergört und dann genießen.

Alkoholfreie Variante: Blüten über Nacht in Apfelsaft einlegen, danach Zitronensaft und Mineralwasser zugeben und genießen!

Mädesüß-Sahne:

Die Blüten werden in Sahne aufgekocht, abgesiebt, und die Sahne kalt gestellt. Anschließend mit Honig süßen und steif schlagen. Köstlich!

Eiscreme aus Mädesüssblüten :

Zutaten
100 ml Milch
100 g brauner Zucker
500 g biologisches Joghurt
250 g Schlagobers
80 g Mädesüßblüten
500 g Walderdbeeren, oder Himbeeren

Zubereitung
Die Milch mit den Mädesüßblüten und dem Zucker aufkochen, dann beiseite stellen und ziehen lassen. Die Blüten entfernen, das Joghurt zugeben und alles in eine flache Schale füllen. Zwei Stunden ins Gefrierfach stellen, dann herausnehmen und mit Erdbeeren oder Himbeeren und fein pürieren. Das geschlagene Schlagobers unterheben.

Die Eiscreme mit Beeren, Mädesüßblüten und Schlagobers dekorieren.

Wissenswertes

  • Der Name Mädesüß leitet sich vom altdeutschen Wort „Met“ ab und hat nichts mit einem „süßen Mädchen“ zu tun. Met ist ein altes alkoholisches Getränk, das durch Vergären von Honig etnsteht. Durch Zusatz von M. wurde die Haltbarkeit und Geschmack verbessert.
  • Bei den Kelten stand M. hoch im Ansehen und war eine der heiligsten Pflanzen. Ihr süß-herber Duft machte sie zu einem beliebten „Streukraut“ bei z. Bsp. Hochzeiten.
  • In Russland verwendete man M. zur Reinigung der Bienenstöcke, um den Bienen, die auf den Duft reagieren, ein gesundes und gemütliches Heim zu schaffen.
  • Auch sollen die Bienen nicht stechen, wenn man sich mit Mädesüß einreibt.
  • Die Bauern schworen darauf, dass die Blüten v. M. für reichlich Rahm in der Milch sorgen würden. Sie nannten M. auch Rahmkraut und gaben dem Vieh reichlich Mädesüß-Tee zum Trinken.
  • Aspirin wurde früher aus Mädesüß gewonnen. Diese Substanz ist auch in der Rinde von Weiden enthalten (Weide= lat. Salix). Doch heute wird Aspirin chemisch hergestellt. In alten Büchern wird empfohlen M. in Alkohol einzulegen und dies gegen Fieber und Zahnschmerzen einzusetzen.

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